Atommüll-Schwindel geht weiter: "Endlager Konrad"

und Lösungsansätze

Atommüll-Schwindel geht weiter: "Endlager Konrad"

Beitragvon redaktion am Fr 15. Jan 2010, 17:05

Mit aktueller Pressemitteilung empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz, dass die 126.000 Atommülltonnen aus dem unterirdischen Kartenhaus "Asse 2" rausgeholt werden sollen.

Damit endet ein Streit gegen zwei andere Machbarkeitsbehauptungen, die jeweils auf eine untaugliche "Endlagerung" hinausgelaufen wären, nämlich auf nahezu Unumkehrbarkeiten:
Variante 1 sah die "Vollverfüllung der Schachtanlage" vor, also faktisch das Einbetonieren der Fässer in den Hohlräumen, wobei sich die dazu erforderlichen Mengen trotz mathematischer Leichtigkeit nicht beziffert finden und obwohl die Erfahrungen mit jederlei Radioaktivstoff-Ummantelung zeigen, dass Beton keine Standhaftigkeit bietet.
Variante 2 wollte die Fässer in noch tiefere Schächte umlagern, die hunderte Meter tiefer erst noch gebaut werden sollten, also die bleibend erforderlichen Kontrollen und rückholende Eingriffe noch mehr erschweren, wenn sie denn überhaupt noch finanzierbar wären.

Die einzig richtige Entscheidung ist die Rausholung, aber nur dann, wenn nicht Fehler wiederholt werden, denn die Atommülltonnen sollen vom vormals als sicher bezeichneten Salzbergwerk in das jetzt vermeintlich sichere Erzbergwerk "Schacht Konrad" umgelagert werden. Auch dort wird es keine "sichere Endlagerung" geben. Und irgendwann müssen die Dinger wieder heraus, was möglichst einfach zu sein hätte, also auch dort nicht in Beton eingegossen werden darf.

Und die Kosten der Asse-Sanierung?

Bislang war von ca. 2 Mrd. € die Rede und beklagt wird, dass sie dem Steuerzahler und nicht den Energiekonzernen entstehen, aber das muss nicht sein, denn wenn sich die Energiekonzerne der unmittelbaren Kostentragung entziehen, dann muss eben doch eine Atomstromsteuer her, die den ganzen Wahnsinn zumindest in den laufenden Kosten deckt und den Atomstromprofiteuren zum Preisnachteil wird, damit die Atommüllproduktion zurückgefahren wird und nicht mehr wettbewerbsfähig ist.

Es braucht eine >> Atomstromsteuer.

Infos >> http://www.inidia.de/asse.htm
Infos >> http://www.inidia.de/schachtkonrad.htm
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Dokumentation

Beitragvon redaktion am Fr 15. Jan 2010, 20:08

Pressemitteilung 01 vom 15.01.2010

BfS stellt Ergebnis des Optionenvergleichs zur Schließung der Asse vor
König: Sicherheit ist nur zusammen mit den Menschen vor Ort zu erreichen

Die Rückholung der Abfälle aus der Schachtanlage Asse II ist nach jetzigem Kenntnisstand die beste Variante beim weiteren Umgang mit den dort eingelagerten radioaktiven Abfällen. Dies ist das Ergebnis des Optionenvergleichs zur Schließung der Asse. „Wir stehen nicht nur vor einer großen wissenschaftlich-technischen Herausforderung, sondern wir werden den Weg zu einer dauerhaften Sicherheit nur zusammen mit den Menschen vor Ort gehen können“, sagte der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, heute in Hannover bei der Vorstellung des Ergebnisses. Untersucht wurden neben der Rückholung auch die Vollverfüllung der Schachtanlage sowie die Umlagerung der Abfälle in tiefere Schichten der Asse. Bei der Rückholung der Abfälle kann nach derzeitigem Kenntnisstand ein Langzeitsicherheitsnachweis erbracht werden.

Bei den Untersuchungen der Optionen mussten drei besondere Herausforderungen berücksichtigt werden:
Aufgrund des instabilen Zustands des Bergwerks steht für jede Lösung voraussichtlich nur ein eng begrenztes Zeitfenster zur Verfügung.
Die Umstände der Einlagerung der radioaktiven Abfälle in den 1960er und -70er Jahren haben dazu geführt, dass über das tatsächlich eingelagerte radioaktive Inventar und den Zustand der Behälter und Gebinde unzureichende Kenntnisse vorliegen.
Die nur schwer vorhersehbare Entwicklung des Zustands der Schachtanlage, in die täglich rund 12.000 Liter Salzlösung eindringen, erschwert den atomrechtlich notwendigen Nachweis der Langzeitsicherheit.
Alle drei Schließungsoptionen sind anhand vorher festgelegter Beurteilungsfelder und Kriterien bewertet worden.

Ergebnis des Vergleichs ist, dass auf Basis des heutigen Wissenstands die vollständige Rückholung der Abfälle aus der Asse anzustreben ist.

Gegen die Vollverfüllung spricht, dass für diese Schließungsvariante derzeit nicht gesagt werden kann, ob ein Langzeitsicherheitsnachweis gelingt. Bei der Umlagerung der Abfälle besteht zudem das Risiko, keinen geeigneten Einlagerungsbereich zu finden. Außerdem dauert diese Stilllegungsoption weitaus am längsten.

Keine der drei Varianten ist optimal, alle bergen Unsicherheiten für die Realisierung. Zumal ist die Standfestigkeit des Bergwerks nicht vorhersagbar. Für den Fall eines enormen Anstiegs des Wasserzuflusses bereitet das BfS deshalb Notfallmaßnahmen vor. Wenn die eingelagerten Abfälle in einem deutlich schlechteren Zustand als erwartet wären, würde dies bei der Bergung zu einer unvertretbaren Strahlenbelastung der Beschäftigten führen, oder zu Zeiten für die Rückholung, die vor dem Hintergrund der Gefährdungslage nicht verantwortet werden können. In diesem Fall müsste die Präferenz der Rückholung neu bewertet werden. Weil aber die Langzeitsicherheit - und damit die Sicherheit für spätere Generationen - von herausgehobener Bedeutung ist und derzeit nur durch die Rückholung gewährleistet werden kann, wurde diese Option als beste Variante ermittelt.
Die Planungen zur Rückholung sind bis zur Ausführungsreife zu vollenden.
Durch Faktenerhebung aus den Einlagerungskammern sind umfassende Möglichkeiten zur systematischen Evaluierung der oben aufgeführten kritischen Unsicherheiten zu schaffen.
Parallel hierzu sind alle technisch möglichen Maßnahmen zur Stabilisierung des Grubengebäudes fortzuführen.
Gleichzeitig sind die Notfallmaßnahmen zu einer Begrenzung der Auswirkungen eines unbeherrschbaren Lösungszutritts zu treffen. Dies sollte eine Ermittlung ihrer Konsequenzen für die Langzeitsicherheit einschließen.
Um die bestehenden Unsicherheiten so schnell wie möglich zu klären, wird das BfS in Kürze ein Konzept für das weitere Vorgehen zur Öffnung der Kammern und zur Untersuchung der Abfallgebinde vorlegen.

Das BfS ermöglicht es jedem Interessierten, die fachliche Bewertung nachzuvollziehen und veröffentlicht den Optionenvergleich als Text und als interaktive Bildschirmversion auf seiner Internetseite (www.bfs.de).


KOMMENTAR:

Der Spruch unter dem Titel "König: Sicherheit ist nur zusammen mit den Menschen vor Ort zu erreichen" heißt übersetzt: "Haltet die Klappe und vertraut uns beim Konrad-Schacht wie beim Salzbergwerk Asse."
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Nach "Asse" jetzt wieder "Gorleben"

Beitragvon redaktion am Mo 15. Mär 2010, 15:50

Dass ausgebeutete Salzbergwerke keine tauglichen Lagerstätten für radioaktive Abfälle sind, hat sich mit der "Forschungsanlage Asse" zwar erwiesen, gleichwohl will die schwarz-gelbe Koalition nun erneut "Gorleben als Endlagerstätte erkunden".

Das Zeug wird eingebuddelt, das Zeug wird ausgebuddelt, das Zeug wird hin und her transportiert. Währenddessen kassieren die Parteien von den Energiekonzernen "Spenden" ab. Das sind die Promille, die den Steuerzahler Milliarden kosten.

Es wäre billiger, wenn die Parteien ausschließlich aus Steuermitteln finanziert und jegliche Parteispenden verboten würden.

Dokumentation hat geschrieben:Gorleben

Röttgen: Wir müssen uns der Verantwortung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle endlich stellen --
Gorleben wird weiter erkundet: Transparenz und Verlässlichkeit des Entscheidungsprozesses stehen im Vordergrund


Das Moratorium zur Erkundung des Salzstocks Gorleben als Endlager für wär-meentwickelnde radioaktive Abfälle wird aufgehoben. In einem mehrstufigen Verfahren soll auf der Basis einer Sicherheitsanalyse, eines aktualisierten End-lagerungskonzeptes und eines internationalen Gutachtens unabhängiger Wis-senschaftler zunächst geprüft werden, ob Gorleben als Endlager in Frage kommt. Sollte diese Prüfung positiv ausfallen, wird ein atomrechtliches Plan-feststellungsverfahren durchgeführt. Die Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Verfahrens soll durch das Angebot einer intensiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an diesem Prozess von Anfang an und in allen Phasen gewährleistet sein.

Hierzu erklärte Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen:

1. Die Endlagerfrage ist auch nach 40 Jahren Nutzung von Kernenergie bis heute ungelöst. Völlig unabhängig davon, wie man zur Nutzung der Kernenergie steht, darf sich kein Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft vor dieser Frage drücken. Nach jahrzehntelanger Blockade und einer verantwortungslosen politischen Instrumentalisierung des Themas von Rot-Grün zu Lasten künftiger Generationen will sich die jetzige Koalition der Verantwortung für eine Entsorgung der Abfälle aus der Nutzung von Kernenergie stellen. Die bisherigen Ergebnisse zu Gorleben sind positiv, das haben auch der ehemalige Bundeskanzler Schröder und der ehemalige Bundesumweltminister Trittin ausdrücklich unterschrieben, bevor sie ein Moratorium erlassen haben, dass zu einem über 10jährigen Stillstand geführt hat. Damit wurde die Aufgabe, eine Lösung für die Endlagerung dieser Abfälle zu finden, bereits zu unrecht auf die nächste Generation verlagert. Damit daraus nicht die übernächste Generation wird, we!
rden die Erkundungsarbeiten in Gorleben so zügig wie möglich aufgenommen, um die notwendige Datengrundlage für die Eignungsprüfung zu schaffen.

2. Voraussetzung für die Errichtung und den Betrieb eines Endlagers Gorleben ist ein atomrechtli-ches Planfeststellungsverfahren mit der darin vorgesehenen Bürgerbeteiligung und einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Vorwürfe, ein solches Verfahren würde durch die Weitererkun-dung von Gorleben umgangen, sind absurd. Damit dieses Verfahren angewendet werden kann, sind in einer Vorbereitungsphase aber noch wichtige rechtliche und tatsächliche Voraussetzungen zu klären.

3. Das BMU hat für diese Vorbereitungsphase einen Fahrplan aufgestellt, der im ersten Schritt in diesem Jahr eine Einigung über die Sicherheitsanforderungen an ein Endlager für wärmeentwi-ckelnde Abfälle mit den Bundesländern vorsieht. Darauf basierend soll auf bestehenden Daten und den Erkenntnissen aus der Erkundung eine vorläufige Sicherheitsanalyse für den Standort Gorleben erstellt werden. Diese wird einem internationalen Peer Review unterzogen. Beides soll bis Ende dieser Legislaturperiode vorliegen. Dann müssen das Endlagerkonzept für Gorleben als auch das Erkundungsprogramm angepasst werden, da sich gegenüber 1998 einige Randbedingungen geändert haben. Beispielsweise wird für die Entsorgung der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle ab dem Jahr 2015 das Endlager Konrad in Salzgitter zur Verfügung stehen. Auch haben sich die Erwartungen an das Abfallaufkommen gegenüber 1998 geändert. Mit dem Abschluss der Vorbereitungsphase, die mit der Feststellung der Eignung und im positiven Falle mit der Einleitung des atomrechtlichen Verfahrens endet, ist deshalb nicht vor Ende der nächsten Legislaturperiode zu rechnen.

4. Der Erkundung von Gorleben wird aufgrund des bisherigen Erkenntnisstandes und auch aufgrund des Anspruchs der Bevölkerung auf Klarheit und Sicherheit Priorität eingeräumt. Wenn wir ergebnisoffen erkunden, heißt das aber auch, dass ein negatives Ergebnis nicht ausgeschlossen werden kann. Um auf diesen Fall vorbereitet zu sein und sich auch vor diesem Teil der Verantwortung nicht zu drücken, wird parallel die wissenschaftliche Diskussion zu alternativen geologischen Formationen vorangetrieben.

5. Die Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Vorgehens sind auch in der Erkundungsphase und in der Phase der Vorbereitung auf ein atomrechtliches Verfahren unverzichtbarer Bestandteil eines Prozesses, der ohne die Akzeptanz in der Bevölkerung undenkbar ist. Im Fall von Asse ha-ben wir gesehen, wie ein solcher Prozess erfolgreich organisiert werden kann. Gleichwohl ist diese Form der Bürgerbeteiligung aufgrund der völlig unterschiedlichen Situation in Gorleben nicht einfach zu übertragen. Ich biete den Bürgerinnen und Bürgern an, vor Ort und gemeinsam mit ihnen zu überlegen, wie dieser Prozess am sinnvollsten zu organisieren ist. Mein Angebot steht: Das BMU wird mit all seinen Möglichkeiten für Transparenz sorgen und konstruktiv an der Entwicklung eines solchen Prozesses mitwirken.
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