Video-Analyse: Japan verschuldet "Ady Gil"-Versenkung

und Lösungsansätze

Video-Analyse: Japan verschuldet "Ady Gil"-Versenkung

Beitragvon redaktion am Fr 8. Jan 2010, 11:14

Das Video auf http://www.seashepherd.org/matilda/video.html dokumentiert die Kollision aus der Perspektive eines Tierschutz-Begleitschiffs. Das Video auf tagesanzeiger.ch wurde vom Walfang-Begleitschiff aufgenommen.

Die Zusammenschau beider Videos macht die Beurteilung nicht leicht, aber mehrfaches Anschauen hilft weiter:

Beiden Videos ist zunächst gemeinsam, dass die Abstände der Boote weit genug scheinen, so dass keine Kollision droht.

Auf dem Video des Tierschutzbegleitschiffs ist erkennbar, was auf dem Video des Walfang-Begeleitschiffs nicht erkennbar ist, dass das japanische Walfang-Begleitschiff für seine Größe überraschend wendig den Kurs nach Steuerbord in Richtung "Ady Gil" ändert, nur mit geringerer Wahrscheinlichkeit wellenbedingt.

Auf dem Walfänger-Video wiederum ist erkennbar, dass die "Ady Gil" im letzten Moment Fahrt aufnimmt und unter den Bug des Walfang-Begleitschiffs gerät. Da nur etwa zwei Meter vom Bug der «Ady Gil» abgerissen wurden, scheint dieses Vorpreschen die unmittelbare Kollisionsursache zu sein, zumindest für ein Entkommen zu spät, aus der Perspektive so tief unter dem Bug des Walfang-Begleitschiffs allerdings nachvollziehbarer als von dessen hoher Brücke. Und erst recht zugunsten des "Ady Gil"-Kapitäns, zumal seine Sicht und Entscheidungshorizonte durch die Wasserwerfer segmentiert werden.

Auch auf offener See gilt für Motorschiffe die Rechtsvorfahrt, sicherlich zwar die Leichtigkeit vor Schwerfälligkeit, vor allem aber die Ausweichpflicht und die Pflicht zum Manöver des vorletzten/letzten Augenblickes. Wer seinen Kurs ändert, verliert das Vorfahrtsrecht. Das Walfang-Begleitschiff änderte den Kurs auf Kollision statt in Ausweichrichtung.

Mir scheint, dass der japanische Walfang-Begleiter schuldhaft das Leben der sechsköpfigen "Ady Gil"-Besatzung aufs Spiel gesetzt hat, schadensersatzpflichtig und des versuchten Mordes verdächtig ist.
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Kritik an ARD-Tagesschau.de

Beitragvon redaktion am Mo 11. Jan 2010, 07:37

ARD-Tagesschau.de berichtet am 10.01.2010: "Zum Beweis hatte das japanische Walforschungsinstitut, das für die Flotte in der Antarktis verantwortlich ist, sehr schnell nach dem Vorfall ein Video veröffentlicht, das die Attacken in der Antarktis dokumentiert. Darin ist zu erkennen, wie die "Ady Gil" um das japanische Begleitboot herumkurvt und von Wasserwerfern beschossen wird. Dann hält der Trimaran plötzlich an, während das japanische Schiff weiterfährt und die "Ady Gil" rammt."

Der ARD-Kommentar übernimmt unkritisch die japanische Video-Interpretation, obwohl darauf ganz anderes zu sehen ist: Der Trimaran lag schon eine ganze Weile nahezu vortrieblos, während das japanische Schiff abrupt und deutlich einen Kurswechsel auf die "Aly Gir" machte, und sei es, um die "Aly Gil" in Reichweite der Wasserwerfer zu bekommen.

Die ARD hätte etwas mehr recherchieren sollen. Nachfolgend die Szenenbilder aus dem Shepherd-Video:

Bild
Steuerbordseite des japanischen Schiffes zu sehen.

Bild
Das japanische Schiff im Kurswechsel.

Bild
Das japanische Schiff auf Kollisionskurs.

Zum Komplettvideo >> http://www.seashepherd.org/matilda/video.html
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Video aus Perspektive der "Ady Gil"

Beitragvon redaktion am Di 12. Jan 2010, 15:58

Inzwischen wurde auf http://www.seashepherd.org/matilda/video.html auch ein Video von Bord des "Ady Gil" präsentiert, das die letzten Minuten vor der Kollision zeigt:

Bild

Die "Ady Gil"-Besatzungsmitglieder scheinen gut gelaunt, kümmern sich zunächst nicht um ihren nahenden "Whale War"-Gegner, schauen und grüßen in die Gegenrichtung zum Sea-Shepherd-Schwesterschiff, von dem das andere Video stammt.

Dann aktiviert das japanische Schiff "Shonan Maru Nummer 2" die Schallkanone und zwei Wasserwerfer, dreht auf die "Ady Gil" zu. Das Video bricht unmittelbar vor der Kollision ab.

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In Nachrichten heißt es, dass die japanische Regierung verstimmt sei, weil die australische Regierung dem japanischen Schiff eine "Mitschuld" an dem Vorfall attestierte. Dabei ist "Mitschuld" allemal geschmeichelt - und wäre juristisch betrachtet der japanischen Regierung anzulasten, die solchem Versenkungsakt nun auch noch den Segen zu geben versucht.

Unser Außenminister Westerwelle ist Jurist, sollte sich "ein eigenes Bild von den Videos" machen und bei seinem japanischen Kollegen Seriosität anmahnen, denn es ist ein Unding, wenn eine führende Industrienation derart verlogen auf der Weltbühne hampelt. - Allerdings sitzt Deutschland mit seiner Tanklastzug-Bombardierung selbst im Glashaus. Und die "Neubewertung" dieses Massakers steht aus.
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