Öl-Katastrophen

und Lösungsansätze

Öl-Katastrophen

Beitragvon redaktion am Di 2. Mär 2010, 15:26

Ölpest in Italien

http://www.wikinews.de berichtet: Monza (Italien), 26.02.2010 – Unbekannte haben offenbar Millionen Liter Heiz- und Dieselöl in den italienischen Fluss Lambro geleitet. Medien gehen von einem Sabotageakt aus. Der Vorfall wurde kurz darauf in Monza (nördlich von Mailand) bekannt, als ein nahegelegenes Klärwerk die Verseuchung seiner Anlagen durch das Öl feststellte. Das Öl stammt offenbar aus einer stillgelegten Raffinerie. Mitarbeiter von Umweltorganisationen sprechen von der schlimmsten Naturkatastrophe der Region.
Der Ölteppich gelangte mittlerweile in den Po und es besteht die Gefahr der Ausbreitung in die Adria. Das Mündungsgebiet des Po im Norden Italiens gilt als eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Europas. Der italienische Zivilschutz geht momentan noch davon aus, dass das Eindringen des auf dem Po treibenden Ölteppichs in die Adria noch verhindert werden kann.
Die Suche nach den Tätern führte bisher noch nicht zu greifbaren Ergebnissen. Der Focus berichtet von einem Verdacht, wonach der Sabotageakt mit einem Streit um ein Immobilienprojekt in der Nähe der Raffinerie in Zusammenhang stehen könnte.
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Bohrinsel im Golf von Mexiko explodiert und gesunken

Beitragvon redaktion am So 25. Apr 2010, 14:50

Vor wenigen Tagen lief der chinesischer Kohlefrachter "Shen Neng 1" mit verbotenem Kurs am Great Barrier Reef auf Grund. Das Schiff pulverisierte kilometerweit und bis zu 250 Meter breit Teile dieses Unesco-Weltnaturwunders. Immerhin konnte ein befürchtetes Auslaufen des Treibstoffs verhindert werden, folglich auch eine Ölpest, aber die passierte jetzt im Golf von Mexiko umso schlimmer.

www.wikinews.de berichtet: Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 24.04.2010 – Die vor zwei Tagen – ausgerechnet am „Tag der Erde“ – explodierte Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ des Betreibers „Transocean Limited“ ist am Freitag im Golf von Mexico 30 Kilometer südöstlich von Venico im US-Bundesstaat Louisiana brennend gesunken. Experten hatten zunächst eine Umweltkatastrophe von großem Ausmaß befürchtet. Sie registrierten nach dem Unglück einen acht mal anderthalb Kilometer großen Ölteppich, der vermutlich durch ein Leck verursacht wurde. Von den ursprünglich 126 Beschäftigten wurden sieben Arbeiter verletzt, elf Angestellte des leasenden Ölkonzerns British Patrol (BP) werden noch vermisst. Hubschrauber und Schiffe der Küstenwache suchen weiter nach den Vermissten. Für sie bestehe jedoch kaum noch eine Überlebenschance. Bei „Deepwater Horizon“ handelt es sich um eine der größten Ölplattformen der Welt.
Experten befürchten ein Auftreffen des Ölteppichs auf die Küsten Louisianas, wo es zahlreiche Brutkolonien von Seevögeln sowie Garnelenfarmen gibt. Im schlimmsten Fall könnten täglich bis zu 1,3 Millionen Liter Rohöl aus dem Bohrloch in der Tiefe des Meeres ausströmen. Die US-Küstenwache hatte Gegenmaßnahmen eingeleitet, beispielsweise der Einsatz von Chemikalien und das Absaugen des Teppichs mit anderen Schiffen. Mit einem Mini-U-Boot untersuchten sie das Leck, ein weiteres Austreten von Öl konnten sie bislang nicht feststellen. Die Ursache für den Unfall steht noch nicht fest, in der Diskussion sind plötzlich austretendes Gas oder Öl. US-Präsident Barack Obama ließ eine Regierungserklärung in Washington D.C. verlesen, in der er schnelle und unbürokratische Unterstützung bei den Umwelt- und Katastrophenschutz-Maßnahmen zusagte.
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Öl-Katastrophe + gescheitertes Havariemanagement

Beitragvon redaktion am Di 27. Apr 2010, 18:32

Aus dem Havarie-Komplex der explodierten "Deepwater Horizon" strömen seit inzwischen fünf Tagen große Öl-Mengen ins Meer und vergrößern den in nur 80 Kilometern vor der Küste des US-Bundesstaates Louisianas einen Öl-Teppich mit bereits vielen Tausend Quadratkilometern.
Mehrere Dutzend Spezialschiffe sind im Einsatz, um die Ölpest zu bekämpfen. Abdichtungsversuche mittels Robotern in 1.500 Metern Tiefe scheiterten. Nun werde man es eventuell mit einer Glocke über der Havarie-Stelle probieren usw.

Sedativum fürs Publikum
Solche Nachrichten bereiten zwar nicht allen Menschen Sorgen um die vielen Nordsee-Bohrinseln, doch wie bei solchen Anlässen immer, behaupten europäische Experten, auf solche Unfälle bei uns gut vorbereitet zu sein. Echte Propheten sind das, denn noch steht gar nicht fest, was zu dem Unglück führte. Und unbedingt dämlicher scheinen die Experten der "Deepwater Horizon" kaum, zumal vom selben Konzern BP und hatten erst im September vergangenen Jahres mit einer Bohrtiefe von 10.600 Metern eine neue Rekordmarke gesetzt. - Aber wie gesagt: "Die Asse ist klasse" und unsere Bohrinseln auch.
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Öl-Teppich abfackeln?

Beitragvon redaktion am Mi 28. Apr 2010, 10:54

US-Behörden prüfen, ob sich der inzwischen auf 5000 Quadratkilometer angewachsene Öl-Teppich wenigstens teilweise abfackeln lässt.
Es ist schon bitter, dass technisch einerseits möglich ist, Erdöl aus 10.600 Metern Tiefe zu fördern, andererseits aber Verfahren zur Öl-Abscheidung so wenig entwickelt sind, um schwimmende Öle zu bergen.
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BP-Ölteppich verseucht Küste

Beitragvon redaktion am Sa 1. Mai 2010, 10:31

Der auf die Fläche Bayerns angewachsene Ölteppich hat das Mississippi-Delta erreicht. Ölsperren erwiesen sich als unzureichend. Auch das Abfackeln brachte wenig oder nichts, brachte womöglich nur andere Schäden.

Die US-Regierung macht künftige Bohrgenehmigungen von zuverlässigeren Havariekonzepten abhängig.
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Öl-Katastrophe und "Ideenwettbewerb"

Beitragvon redaktion am Di 11. Mai 2010, 22:11

Öl-Riese BP scheiterte mit dem Versuch, eine 1000-Tonnen-Glocke über die Öl-Austrittsstelle zu stülpen: "Vereisungsprobleme" - da staunt der Laie, aber auch die Experten wundern sich.

Nun werde es mit einer kleineren, temperierbaren Glocke wiederholt. Man scheint nicht recht dran zu glauben, aber irgendetwas gilt es zu tun, denn die öffentliche Meinung hat nur wenig Verständnis für die Ratlosigkeit, die in diesem Fall ausnahmsweise mal eingestanden wird: Und >> BP ruft die Menschheit zu einem "Ideenwettbewerb" auf.

Die Betreiber der Nordsee-Bohrinseln behaupten übrigens, dass sie im Unterschied zu der havarierten Bohrinsel "zwei Ventile" einsetzen. - Das ist sicherer, solange die Leitung nicht vor den Ventilen bricht. Das "Grundproblem" ist ungelöst.
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Re: Öl-Katastrophen

Beitragvon Gast am Fr 14. Mai 2010, 18:08

Wenn man über das defekte Rohr (USA) ein weiteres rohr mit ventil drüber schieben und verschweißen würde, könnte man nach der Arbeit das ventil schließen.
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Haftungsrecht bei Industrie-Katastrophe?

Beitragvon redaktion am Di 18. Mai 2010, 15:50

Gast hat geschrieben:... ein weiteres rohr mit ventil drüber schieben und verschweißen würde, ...

Zunächst die gute Nachricht

Jetzt soll es geglückt sein, ein Rohr kleineren Querschnitts (15 Zentimeter) in das defekte Öl-Bohrförderrohr eingeschoben zu haben. Keine Dichtigkeit, aber die ins Meer austretende Öl-Menge sei um "bis zu 85%" verringert und in Tankschiffe geleitet. Nun sollte es möglich sein, die angebliche Verringerung durch tatsächliche Literzahlen in den Tankschiffen zu verifizieren. Ansonsten bleiben solche Meldungen "Schnulli".
Was sich in 1600 Metern Tiefe abspielt, lässt sich kaum nachvollziehen. Die bisherigen Angaben zur Austrittsmenge ("täglich 800.000 Tonnen") gelten inzwischen als untertrieben. Und in verschiedenen Tiefenzonen sollen sich riesige Öl-Wolken gebildet haben, möglicherweise infolge des Einsatzes von Chemikalien gegen den Öl-Teppich an der Meeresoberfläche, der die Küsten bedroht.
Da es sich bei den Chemikalien um Lösungsmittel handelt, vergrößert sich die kontaminierte Wassermenge. Experimentell wird sich gezeigt haben, dass die Auswirkungen eine der Artenvielfalt annähernde Unterschiedlichkeit haben. - Unseren Fischen im Aquarium mögen wir Öl und "Spüli" jedenfalls nicht zumuten. Die Forschung kann sich solch Rücksicht nicht leisten. Die Aussagen der Chemikalienhersteller müssen in die Folgenhaftung, damit weniger geschwindelt wird.

Zum Haftungsrecht

In den USA lassen sich vor Gerichten Millionen "Schadensersatz" erstreiten, wenn jemand sein Baby in der Mikrowelle statt mit dem Handtuch "trocknet". Auch in Deutschland sind für Fahrzeug- und Privathaftungsrisiken inzwischen Deckungssummen in mehrfacher Millionenhöhe gängig. Andererseits soll laut TAZ in den USA eine Haftungsobergrenze von "75 Mio. US-Dollar" für zivilrechtliche Ansprüche gelten. Das wäre im Fall der havarierten Öl-Plattform ein "Schnäppchenpreis". Zwar heißt es zugleich, dass BP bereits 400 Mio. $ gegen die Havarie zum Einsatz brachte, aber es wäre dann bloß "guter Wille", keine Pflicht. Das wäre eine ungeheuerliche Disparität zwischen Gewinnziehungsdimension und Haftung.
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Bohrinselkatastrophe

Beitragvon redaktion am So 30. Mai 2010, 14:52

Das Bohrloch im Golf von Mexiko zu überkuppeln, misslang.
Das Bohrloch mit einem dünneren Rohr zu anzuzapfen, misslang.
Das Bohrloch mit angeblich "drei Millionen Liter Bohrschlamm und Feststoffen" zu verpressen, misslang.
Jetzt soll es nochmals mit einer Kuppel probiert werden.

Geht das erneut schief, ist vermutlich eine Sprengladung dran. Tief neben das defekte Rohr gebohrt und auf mehreren Höhen gezündet, ... - ziemlich beknackt, dass es nicht vorgedacht ist.
Und wie nahezu immer nach technischen Havarien stellt sich auch jetzt heraus, dass den Entscheidern zumindest ein Teil der Risiken bekannt war, in diesem Fall das "Einfach-Ventil" anstelle des Doppel-Ventils, wobei eben auch das Doppelventil gar nichts bringt, wenn die Rohrbruchstelle darunter liegt.
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Re: Öl-Katastrophen

Beitragvon Sturmtomate am So 30. Mai 2010, 23:51

Treffen sich zwei Planeten, sagt der eine zum anderen :
"Du siehst aber schlecht aus – was hast Du denn?"
Antwortet der andere: "Ach, mir gehts sehr dreckig, ich hab Menschen."
Sagt der erste: "Oh, wie unangenehm! Aber keine Sorge, das geht vorbei …"
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