KZ-Gedenkstättenbesuch

Schlechtmenschen nachbessern

KZ-Gedenkstättenbesuch

Beitragvon gandalf am Di 22. Jun 2010, 11:49

Hallo,

ich war am vergangenen wochenende im zuge eines uni-seminars in buchenwald und mittelbau-dora. es ging thematisch vor allem um die didaktische ebene. also weniger, WAS den besuchern vermittelt wird, als WIE es vermittelt wird.

fand es auf jeden fall sehr interessant und lehrreich. auch ganz anders, als ich mir vorgestellt hatte.

ich kann natürlich nicht für alle gedenkstätten sprechen (beispielsweise weiss ich aus erzählungen von komilitonen, dass auschwitz einen ganz anderen ansatz hat als buchenwald oder dora), aber kann daher nur jedem empfehlen, der irgendwie dazu in der lage ist, eine solche einrichtung zu besuchen.

die didaktischen herangehensweisen in buchenwald und dora waren teils ähnlich, teils unterschiedlich, aber auf jeden fall sehr interessant und nicht vergleichbar mit denen an anderen historischen stätten (burgen, schlösser, etc.)

wie ich fand, eignet sich grade mittelbau-dora vom umfang der ausstellung und von der länge der führung sehr gut, um mal einen nachmittag dort zu verbringen. buchenwald hat eine viel umfassendere ausstellung und auch ein grösseres gelände, das man "entdecken" kann.
daher würde ich jedem raten, sich dafür etwas mehr zeit zu nehmen, als nur einen nachmittag. ein gesamter tag wäre meiner meinung minimum. wir hatten einen studientag (10-17 uhr) und hatten keine chance, uns die ausstellung näher anzusehen. also eher mehr als einen tag einplanen.

schön fand ich in buchenwald auch generell das angebot eines individuell zugeschnittenen studientages. das ist dann eben mehr als eine reine führung, sondern ein umfassendes angebot.

aber: nach buchenwald unbedingt belegte brote mitnehmen. die dortige cafeteria verkauft zwar essen, aber nur selbstaufgetautes zu tankstellenpreisen.
beispielsweise über 6 euro für einen teller nudeln mit tomatensauce nach kantinen-art sind meiner meinung grade für schüler und studenten zu viel.
gandalf
 
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Hadamar und Breitenau

Beitragvon gandalf am Mo 26. Jul 2010, 15:36

war auch noch in hadamar und in breitenau. beide haben eher kleinere ausstellungsräume und weitaus weniger erhaltene räumlichkeiten oder gebäude als dora oder buchenwald. trotzdem fand ich hadamar sehr interessant und finde es auch deshalb sehr empfehlenswert, da dort mit dem T4-Programm ein thema angesprochen wird, das heute noch teils aktuell ist - stichwort sterbehilfe.
breitenau wirkte allerdings weniger interessant, da es ein konzept verwendet, in dem historie und kunst verbunden werden. ist einfach nicht so meins.

in allen 4 gedenkstätten hatte ich allerdings den eindruck, dass fast schon maschinell besucher durchgeschleust wurden. besonders in buchenwald. allerdings hatten wir da das grosse glück, dass der pädagogische leiter der gedenkstätte unser guide war und mit uns einen studientag gemacht hat. dadurch haben wir einen tieferen einblick auch in die didaktik erhalten.

ich kann euch wirklich nur raten, euch zu informieren, wo in eurer nähe solche gedenkstätten sind. breitenau ist keine 15 kilometer von hier und ich wusste nichtmal, dass es das gibt. :oops: war nur ein sehr kleines, frühes KL, später dann arbeitserziehungslager mit wenigen tausend häftlingen. ist aber sehr stark mit der regionalen geschichte verbunden, da die insassen des AEL ja aus den regionalen betrieben kamen, meistens ostarbeiter, polen und andere zwangsarbeiter. aber auch deutsche waren darunter, die sich aus irgendwelchen gründen eine disziplinierung "verdient" hatten.

beim thema konzentrationslager denkt man ja primär an die grossen lager oder an die vernichtungslager. jedoch gab es tausende aussenlager überall in mitteleuropa. einige davon wurden mittlerweile als gedenkstätten wiederentdeckt, was ich eine schöne sache finde.
gandalf
 
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Re: KZ-Besuch

Beitragvon Fabi am Di 27. Jul 2010, 10:26

War damals, ist ewig her, in Struthof, auch ok.
Wie ist denn die Didaktik, kannst Du da mal etwas drüber erzählen?
Fabi
 

Re: KZ-Besuch

Beitragvon gandalf am Di 27. Jul 2010, 11:13

die didaktik ist an allen 4 orten unterschiedlich.

in buchenwald gibt es verschiedene möglichkeiten für den besucher. entweder, er nimmt an einer normalen führung teil, die meistens ca.2 stunden dauert. da wird man dann an die wichtigsten orte geführt, bzw. an orte, die man sehen möchte. man kann also mit entscheiden, ob man beispielsweise das krematorium sehen möchte. (da dieses so berühmt ist, ist es jedoch in der regel in der führung mit drin, ausgenommen, es sind kleine kinder dabei). danach geht es in die ausstellung.
für grössere gruppen gibt es dann die möglichkeit, einen studientag zu buchen. das kostet nicht viel und dann kann man sich das gelände richtig ansehen und auch selbst etwas machen. beispielsweise mit einer schulklasse in die werkstatt gehen und dort mehr über die arbeit von historikern an solchen orten lernen.
die baracken dort wurden nicht wieder aufgebaut, nicht eine einzige. man hat lediglich kleine mäuerchen errichtet, um die umrisse deutlich zu machen.
grund ist, dass man buchenwald nicht zu einem erlebnispark machen möchte. es ist also relativ wenig inszeniert.
das einzige ist im ehemaligen lagergefängnis, wo man die wachstube so dargestellt hat, als sei die wache nur kurz mal weg. also "deine ehre heisst treue" an der wand und allerlei alltagskrimskrams im raum.
der pädagogische leiter ist pazifist, was man auch an der zielsetzung der gedenkstätte sieht, die nicht mehr wie in ddr-zeiten als gedenkstätte für den wiederstand gegen den faschismus/kapitalismus/militarismus dient, sondern zu zivilcourage und frieden erziehen soll. die kommende ausstellung wird sich daher auch mit handlungsspielräumen befassen und beispielsweise schülern die frage stellen, wer denn auf solchen bildern: http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 1204180628 http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 1005123749 handlungsspielräume hatte, also etwas dagegen tun könnte und warum die leute es nicht getan haben.
die ausstellung ist seht detailliert, wäre gerne noch länger da gewesen. dort wurden auch einzelschicksale kurz erwähnt, meistens jedoch wurde auf einzelne opfergruppen und deren geschichte eingegangen.

in mittelbau-dora hat man erstmal gar nicht den eindruck, in einem ehemaligen KZ zu sein, da das halbe lagergelände (wie damals auch) von wald überwuchert ist.
dort beschäftigt man sich vor allem mit 3 themen: zum einen mit den gründen der einrichtung solcher arbeitslager. da wird dann der "totale krieg" thematisiert und seine wirtschaftliche komponente. darüber kommt man dann zum zweiten thema, zu den firmen, die in jedem städtchen ansässig waren und zwangsarbeiter in ihrem betrieb einsetzten. ausserdem geht es natürlich um die rüstungswirtschaft, da dort ja vor allem die mittelwerke tätig waren.
ein drittes, sehr starkes thema ist der lageralltag und die sache mit den funktionshäftlingen, die oft noch verhasster waren als die nazis. da wurde dann diskutiert, ob jemand täter oder opfer ist, wenn er zwar von der SS prügel oder tod angedroht bekommt, aber auf der anderen seite andere häftlinge verprügelt oder (in der schreibstube) ins gas schickt, um seine freunde zu retten.
dort hat man ebenfalls die gebäude nicht mehr aufgebaut, noch weniger, als in buchenwald, was dem ganzen einen flair einer verfallenen atztekenstadt verleiht. man hat jedoch eine barracke nachgebaut, da viele besucher sich erkundigt hatten.
viel zeit geht dann natürlich auch für den stollen drauf. dort wird dann didaktisch eigentlich wenig getan, es wird vor allem die gelegenheit gegeben, zu beobachten. und wenn man einen stollen sieht und hört, dass dort pro schicht 1000 leute geschlafen haben und dass viele von diesen das licht nie wieder sahen und dass man nichtmal toiletten für die tausenden häftlinge hatte, stellt sich von selbst eine wirkung ein.

in breitenau, wie gesagt, macht man das alles sehr künstlerisch. dort hat an der ausstellung ein (oder mehrere, das weiss ich jetzt nicht mehr) künstler mit gearbeitet. dementsprechend ist auch vieles in den ausstellungsräumen eher künstlerisch. die hauptthematik ist, dass in diesem kleinen kaff in der schwalm gelitten und gestorben wurde und dass die leute aus dem dorf sonntags ins lager in die kirche gingen und dort mit den häftlingen zusammen den gottesdienst feierten.
es geht also in erster linie um eine wiederlegung der kollektivlüge "wir haben ja nichts gewusst". breitenau ist vor allem, habe ich den eindruck, für schulklassen ausgelegt, da das auch das grösste klientel ist.
weiterhin geht es in streifzügen noch um KZ-geschichte allgemein und man lernt einige einzelschicksale aus der gegend kennen, die teils dort starben, teils überlebten, teils in vernichtungslager deportiert wurden.
grundsätzlich geht es um die darstellung, dass freud und leid, gut und böse nebenher existiert haben. wie eben in der kirche, wo der pfarrer von nächstenliebe sprach, während im gefangenentrakt verhärmte, ausgehungerte und misshandelte menschen sassen, die oft ohne grund eingesperrt waren.
dargelegt werden auch die gründe, aus denen eingesperrt wurden, indem man dort einige akten einsehen kann.
interessant ist auch, dass breitenau nach dem krieg weiter genutzt wurde als ein lager für gefallene mädchen, das erst durch die berichterstattung über die dort vorherschenden zustände von ulrike meinhoff aufgelöst wurde. noch heute ist es eine psychiatrische einrichtung.

ebenso ist hadamar noch heute eine psychiatrische einrichtung. dort hat man ebenfalls sehr wenig rekonstruiert, ausser einem schuppen, in dem die busse mit den opfern ankamen.
da wir eine führung mit einer dame hatten, die aus der ecke der theaterpädagogik kam, fing unsere führung dementsprechend mit einer übung an, um den geist zu entleeren und erstmal seelisch an diesem ort anzukommen und sich zu beruhigen.
dort legt man wert darauf, viele einzelschicksale zu zeigen und deren weg über verschiedene zwischenlager nach hadamar. man zeigt auch, dass die ärzte und pfleger keineswegs gezwungen wurden, an der euthanasie teil zu nehmen, sondern das freiwillig taten und sogar noch als gute tat sahen.
besonders eindrucksvoll war es für mich, in der gaskammer zu stehen.
in hadamar legte man viel wert auf diskussion, auch darüber, wie aktuell das thema durch die sterbehilfe-diskussion ist, da damals ja auch nur gesagt wurde, dass den menschen ein menschenunwürdiges leben erspart wurde. in der ausstellung wird dargelegt, aus welchen gegenden die menschen nach hadamar kamen und wie sie starben. besonders interessant fand ich, dass das personal, also die pfleger und schwestern und die ärzte, namentlich alle genannt wurden und dass aufgezählt wurde, zu welchen strafen sie nach 45 verurteilt wurden (leider oft viel zu kurz!).
ausserdem wurde natürlich auch thematisiert, dass in einem kleinen ort wie hadamar sämtliche einwohner wussten, was dort los war. beispielsweise erzählte unsere führerin von einer zeitzeugin, die damals kind war und sagte, dass ihre mutter in den jahren damals die wäsche drinnen trocknete, da es draussen oft den ganzen tag stank.
ziel des konzeptes ist, in erster linie an ein kapitel der NS-rassenidiologie zu erinnern, das heute teils in vergessenheit geraten ist. aber natürlich geht es dann auch um die frage, wie eine gesellschaft mit den schwächsten der schwachen umgehen sollte und ob es gerechtfertigt ist, menschen zu vernichten, nur weil sie ein leben lang geld kosten.
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Re: KZ-Besuch

Beitragvon Fabi am Mi 28. Jul 2010, 07:33

Vielen Dank für die Arbeit, es ist jetzt doch etwas plastischer. Solche Berichte sind ja auch immer wertvoll wenn man selber vielleicht mal so einen Tag plant.
Fabi
 

Re: KZ-Besuch

Beitragvon gandalf am Mi 28. Jul 2010, 12:44

Fabi hat geschrieben:Vielen Dank für die Arbeit, es ist jetzt doch etwas plastischer. Solche Berichte sind ja auch immer wertvoll wenn man selber vielleicht mal so einen Tag plant.


gern geschehen. ;)
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Hackerangriff auf www.buchenwald.de

Beitragvon redaktion am Mi 28. Jul 2010, 21:50

Ich wollte Gandalfs Bericht die Links zu www.Buchenwald.de nachtragen, aber die Seite war nicht da. Heute kam die Info, dass sie von Hackern geknackt wurde.

Presseinformation 28. Juli 2010

Neonazistischer Hacker-Angriff auf die Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

Sehr geehrte Damen und Herren,
auf Grund eines offensichtlich neonazistisch motivierten Hacker-Angriffs auf die Homepage der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sind die Online-Angebote der Stiftung derzeit nur begrenzt nutzbar.

Unbekannte veränderten am Morgen des 28. Juli das Stiftungsportal. www.buchenwald.de wurde auf eine Seite von Holocaust-Leugnern umgeleitet. www.dora. de ist gelöscht worden. Die Angreifer hinterließen Sätze wie „Brown is
beautifull“ und „Wir kommen wieder ....“
Die im einzelnen angerichteten Schäden werden derzeit ermittelt. Wie lange ihre Behebung dauern wird, läßt sich im Moment noch nicht sagen.
Die Stiftung wertet den Übergriff auf den weltweit täglich von mehren Tausend Menschen genutzten Internetauftritt der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und die Platzierung von Holocaust-Leugnungen als einen in dieser Form noch nicht vorgekommenen kriminellen Angriff auf die Gedenkstättenarbeit. Durch die Beschädigung von Serviceangeboten und Dokumentationen – wie dem Totenbuch des KZ Buchenwald – haben der oder die Täter versucht, die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen auszulöschen.
Die Stiftung hat den Übergriff angezeigt. Die Polizei ermittelt.
Prof. Dr. Volkhard Knigge Stiftungsdirektor


Na, wie soll man solche Strolche bestrafen? Zunächst mal ausfindig machen, zumindest die Telekommunikationsanschlüsse - und dann findet sich oft auch der Täter, wie unsere Strafanzeigen gegen Hacker in zwei Fällen zeigten.
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Re: Hackerangriff auf www.buchenwald.de

Beitragvon gandalf am Do 29. Jul 2010, 09:42

@sven: wenn du pech hast, sitzen die hacker aber im ausland. und dann kann man ihnen nicht beikommen.

ich hoffe aber trotzdem, dass sie ausfindig gemacht werden können und bestraft werden.

aber diese "statements" sind auch nichts neues. in der ausstellung in buchenwald gibt es eine ecke, in der einige grussworte aus dem gästebuch ausgestellt wurden. neben lob standen da auch sachen wie "hatten viel spass. danke, hitler".
der umgang mit solchen leuten gehört nunmal zur gedenkstättenarbeit dazu.
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Re: Hackerangriff auf www.buchenwald.de

Beitragvon redaktion am Do 29. Jul 2010, 09:50

@Gandalf, dass solche Strolche im Ausland hocken könnten, ist Standard-Spruch von faulen Ermittlern, wenn wir gehackt wurden oder Morddrohungen bekamen. Die Auslandstäterschaft ist zwar möglich, aber weit weniger wahrscheinlich als die Inlandstäterschaft, insbesondere in Sachen Holocaust.
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Re: Hackerangriff auf www.buchenwald.de

Beitragvon gandalf am Do 29. Jul 2010, 13:20

@sven: das meine ich nicht als ausrede. würde ich genug know-how haben, um solche seiten (die ja sicher auch einen gewissen, schwer zu umgehenden schutz haben), die sehr populär sind, zu hacken, wäre ich wohl keine 14 oder 15 mehr, sondern würde das auf eine art anstellen, die mich nicht erkennen liesse. also entweder schnell mal über die grenze und dort ins internet, oder aber gleich hier in ein internetcafe.
ich hoffe, dass sie die leute schnappen und anklagen, aber leider wird das ganze nur wieder anschub bringen, das internet noch mehr zu regulieren seitens de maizieres.
und der holocaust ist eine europäische geschichte. gibt ja auch deutschsprachige in dänemark, österreich, der schweiz, frankreich (elsass) und in luxemburg. natürlich liegt erstmal auf der hand, dass es sich um deutschland-deutsche gehandelt haben wird. aber diese "netzwerke" der rechten sind übernational.
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Hacker und Datenschutz

Beitragvon redaktion am Do 29. Jul 2010, 17:03

gandalf hat geschrieben:@sven: das meine ich nicht als ausrede. ...

Schon klar, aber ist es eben vielen Leuten, die ermitllungspflichtig sind.

gandalf hat geschrieben:würde ich genug know-how haben, ..., wäre ich ..., also entweder schnell mal über die grenze und dort ins internet, ...

Dreifacher Konjunktiv für das "perfekte" Vergehen. Daraus sind Krimis und Straftäterphantastereien, aber nicht die Realität.

gandalf hat geschrieben:oder aber gleich hier in ein internetcafe.

Das müsste schon dein eigenes Internetcafe sein, denn so einfach ist das Hacken nun auch wieder nicht.

gandalf hat geschrieben:ich hoffe, dass sie die leute schnappen und anklagen, ...

Dazu braucht es die Vorratsdatenspeicherung.

gandalf hat geschrieben:..., aber leider wird das ganze nur wieder anschub bringen, das internet noch mehr zu regulieren seitens de maizieres.

Wo ist eigentlich die Zivilcourage, für die eigene Meinung in Anspruch genommen zu werden? Eine persönlich zugeordnete IP halte ich für ein rechtliches Muss, um vor Strolchen zu schützen. Die Meinungs- und Pressefreiheit ist davon nicht annähernd bedroht, denn es würde sich immer jemand finden lassen, der für die vermeintliche Wahrheit den Kopf hin hält, aber wenigstens demjenigen gegenüber würde sich der Anonyme glaubwürdig machen müssen. So funktionierte die Meinungs- und Pressefreiheit bisher, so wird sie auch weiterhin funktionieren. Datenschutz gegenüber dem Staat auf eine Weise zu verlangen, die den Strolchen Datenräubereien gestatten, ist widersprüchlich.

gandalf hat geschrieben:und der holocaust ist eine europäische geschichte. gibt ja auch deutschsprachige in dänemark, österreich, der schweiz, frankreich (elsass) und in luxemburg. natürlich liegt erstmal auf der hand, dass es sich um deutschland-deutsche gehandelt haben wird. aber diese "netzwerke" der rechten sind übernational.

@Gandalf, du bist doch ein Denker, aber nun verrate mal, was sich dir aus deinen Feststellungen schlussfolgert. Ein Weitsprunganlauf ohne Sprung macht wenig Weitsprung.
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Re: KZ-Besuch

Beitragvon gandalf am Do 29. Jul 2010, 19:06

@sven: aus meinen feststellungen (ich würde es eher "meinung" nennen) liesse sich schlussfolgern, dass es wohl leider keinen ermittlungserfolg geben wird. zumindest befürchte ich das. und wenn es einen gibt, wird mit dem finger gewackelt, "du, du, du" gesagt und dat wars dann auch.

zur voratsdatenspeicherung, bzw. persönlich zugeordneter IP-ID stehe ich geteilt. zum einen - bei solchen anlässen wie hier diskutiert - mag man schnell nach vater staat rufen, dass er ein gesetz dagegen erlassen soll.
aber zum anderen sähe ich meine anonymität infrage gestellt. und ja, ich finde, jeder hat ein recht auf anonymität, solange er nicht straffällig wird. du musst ja auch nicht in aller öffentlichkeit ein grosses schild mit deinem namen, deiner adresse und deiner telefonnummer mit dir herumtragen. du kannst selbst entscheiden, wem du wieviel preis gibst.

und ich möchte nicht, dass mich irgendwer "erkennt". sei es nur hier oder beim einkaufen bei amazon, noch bei irgendwelchen situationen, in denen ich viel wert auf privatsphäre lege.

ich schrei doch auch nicht dreimal am tag laut aus dem fenster, was ich mir heute bei aldi gekauft habe.

abgesehen davon: welcher staatsapparat wäre dazu in der lage, die gesamte web-tätigkeit seiner bürger zu dokumentieren und zu verwerten?

was ich jedoch für eine gute idee halte, ist ein elektronischer perso. also eine möglichkeit, sich beim onlinebanking, einkaufen von ab-18-waren, etc. auszuweisen. das muss dann allerdings absolut sicher sein. toll finde ich, weil es dann meine entscheidung ist, ob ich meine sachen bei amazon kaufe, dafür meine identität preisgebe, oder sie im laden kaufe, wo ich unerkannt bleiben kann, wenn ich will. aber ein verpflichtendes kennzeichnen halte ich ein- für allemal für falsch.
gandalf
 
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