Frage zu Studentenverbindung

Schlechtmenschen nachbessern

Frage zu Studentenverbindung

Beitragvon Strafraumwühler am Fr 28. Mai 2010, 13:06

Hallo, das ist mein erster Beitrag in diesem Forum und ich hoffe dass ich nicht an der falschen Stelle gelandet bin. Wenn ja kann bestimmt irgendwer den Artikel irgendwo hin verschieben wo er hinpasst.

Ich werde im kommenden Semester anfangen Medizin zu studieren. Ich habe zwar noch keinen Studienplatz aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Natürlich unterhalte ich mich auch viel mit Freunden die mit mir zusammen Abitur machen wo wir hingehen wollen und der Bruder von einem meiner Klassenkameraden ist in einer Studentenverbindung und der hat mir gearten mich einer solchen anzuschließen.

Als Vorteile führt er auf, dass man dort schnell Kontakt zu anderen Studenten bekommt, günstig wohnenen kann udn viel Freizeitgestaltung haben kann wenn einem mal die Decke auf den Kopf fällt.
Ich habe mich etwas belesen im Internet udn weis nun garnichtmehr was ich von alle dem halten soll. Denn dort steht vielfach, dass die Verbindungen rechtsradikal und frauenfeindlich sind, sich sehr elitär und abgrenzend zum Rest der Gesellschaft verhalten würden.

Wenn ich die Verbindungsleute frage werden die mir vermutlich erzählen das bei ihnen alles super ist udn wenn ich bei den Antifas nachfrage werden die mir sicher sagen: Ist alles total schlimm bei denen.

Wo kann ich objektive Informationenen über Verbindungen bekommen?
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Für wen Studentenverbindung "richtig" sind

Beitragvon redaktion am Sa 29. Mai 2010, 13:11

Einige Studentenverbindungen machen das Brauchtum zur Schleimspur in den Rechtsextremismus, andere Studentenverbindungen halten bürgerlich-republikanische Traditionen hoch, in denen Verbindungen vor 200 Jahren ihre Ursprünge hatten und deshalb mitunter verfolgt wurden, aber insgesamt ist es ein Museum der Ideen und Seilschafterei, wie zumindest ich es nicht nötig hatte.
Und dann ohne Frauen. Kam für mich schon mal gar nicht in Frage. Stattdessen frauenfeindliche "Witzchen" von Leuten, die mit jeder ins Bett möchten, aber nicht können. Kollektiv potenzierte Notgeilheit, die sich in "Männerkameradschaft" verlustiert, kompensiert, besoffene Hirnlosigkeit als Idealzustand, als gebe bewusstes Leben nicht deutlich mehr her.

Rangordnungen, Uniform-Fetischismus, "Zeremonien" sind Korsett, Stütze für das schwächliche Rückrat. Und immer wieder die Sauferei, mit der die Unterschiede, Wehwehchen und Minderwertigkeitskomplexe verklappt werden, umschlagend in elitäres Selbstbewusstsein, ohne tauglichen Grund.

"Schnell Kontakt zu anderen Studenten" - man sitzt in Vorlesungen, Seminaren - und gewöhnlich dicht nebeneinander. Wo soll das Problem sein, "schnell Kontakt" zu finden? Aber wer sich in der Mensa notorisch an einsame Tische setzt, nicht zu flirten versteht, nüscht zu erzählen und fragen weiß, für den mag überhaupt jede Organisation Erleichterung sein, aber "Burschenschaften" keinesfalls für den Schwimmkurs mit dem anderen Geschlecht.

Und wieso solltest du Probleme zur Kontaktfindung haben? Du nennst dich "Strafraumwühler" - es gibt keine Unis ohne Sportangebot für alle Fakultäten. Da meldest du dich an. Einmal die Woche Strafraumarbeit ist gut für Körper und Seele. Auch für den Geist gibt es an den Unis mehr Programm als in Saufgelagen mit "Alten Herren".

"Es ist nicht alles schlecht", würde ein Burschenschaftler antworten, als sei Schwachsinn erst dann welcher, wenn die Welt untergeht.
"Wir haben einiges zu bieten", sagt der Burschenschaftler, z.B. "Verbindungshäuser" mit Billardtisch statt Studentenwohnheim mit Schmuddelküche oder hoher Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt, aber auch das ist Unsinn, denn die Alternative dazu ist die Wohngemeinschaft, nur braucht es dazu eben Selbstorganisation und eigene Disziplin, was insbesondere manch "Bursche" nicht drauf hat. Die Mamasöhnchen brauchen Weisungen und Einweisung, brauchen Frauen "so richtig" allenfalls für das Sockenproblem, denn den Sex besorgen sie sich mit dem Tempotaschentuch notfalls halt selber.

ps: Beitrag aus einem unserer früheren Foren >> http://inidia.de/burschenschaften.htm
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Re: Frage zu Studentenverbindung

Beitragvon Nico am So 30. Mai 2010, 12:14

Na, Strafraumwühler, jetzt weisst Du wo der Hammer hängt. :D

Eine andere Antwort als dieses überhebliche, dämlich-fiese gesaller hast du hoffentlich auch nicht erwartet. Verbindung ist eben jedem aufrechten Antifa-fähnlein ein greuel, obwohl demokratisch, quasi in D urdemokratisch, und die paar rechten eben, klar, alle anderen repräsentieren.

Wenn du in eine verbindung möchtest, schau dir mal die Internetauftritte an, oder frag einen. Sind nämlich, kaum zu glauben, alle möglichen Leute drin, Gute und weniger Gute, quasi dasselbe wie auch sonst in der Uni.

Offenbar scheinen die Redakteure hier ein ziemliches Problem damit zu haben, dass sowas manchen Spass macht, das mitmachen darin ihnen gefällt. Dass sind dann natürlich versager, der Schreiberling hier ist zudem ziemlich auf Sexprobleme fixiert :) Grund: manche lassen keine Frauen Mitglied werden, rofl, als ob jeder Club das, Zitat: "nötig hätte". Und natürlich Mamasöhnchen, als hätte der hier hier selber nicht jeden Scheiß abziehen können, weil Chefarzt-Papis Geld und Beziehungen einen schlußendlich schon wieder aufgefangen hätten :D

Schaus dir mal an, vielleicht machts dir Spaß, vielleicht nicht, du wirst leute treffen, mit denen du kannst, und andere, ganz wie überall. Nur den Uniformfetisch nicht vergessen.
Nico
 

Re: Frage zu Studentenverbindung

Beitragvon redaktion am Mo 31. Mai 2010, 10:19

Nico hat geschrieben:die paar rechten eben, klar, alle anderen repräsentieren.

Mit etwas wacherem Geist (oder mehr Aufrichtigkeit) müsstest du eingestehen, dass meine Korporationskritik zwischen Rechtsextremismus und Traditionalismus unterscheidet.
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Re: Frage zu Studentenverbindung

Beitragvon Sir M am So 25. Jul 2010, 08:29

Ich halte die linksextreme Gewalt für VIEL gefährlicher, als die paar versprengten Neu-Nazis etc. Im Namen des richtigen Sozialismus (Maoismus, Stalinismus, Leninismus, ganz zu schweigen von den nationalen Bräuchen in Rumänien, in der deutschen Ostzone, Nordkorea, Kamodscha usf.) "Autonome", die Brandsätze werfen, Fassaden verschmieren, mit Gewalt gegen Ordnungskräfte vorgehen sind in der Regel im sog. "antifaschistischen" (Was ist eigentlich Faschismus heute?) Milieu angesiedelt, die meisten nicht idelogisch, einfach kriminelle Landfriedensbrecher.
Studentenverbindungem wurden schon kurz nach der Machergreifung 1933 verboten. Im Realsozialismus blieben sie verboten, rekonstituierten sich jedoch kurz vor der Wende z.B. im Rahmen der Rudelsburger Allianz, als der Zusammenbruch des menschenverachtenden D"D"R-Regimes nur noch eine Frage der Zeit war. Was spricht gegen Seilschaften? Es ist doch weder nachteilig noch unmoralisch, dass man via seine Verbindung, sein Cartell wie Couleriker anderer Verbindungen überhaupt ein weiteres Beziehungsnetz und erleichterten Zugang zu Entscheidungsträgern hat.
Sir M
 

Re: Frage zu Studentenverbindung

Beitragvon redaktion am Do 29. Jul 2010, 09:56

Sir M hat geschrieben:Ich halte die linksextreme Gewalt für VIEL gefährlicher, als die paar versprengten Neu-Nazis etc.

Auch der 1.Weltkrieg war gefährlicher als deine "paar versprengten Neu-Nazis". Wenn dich ein Thema nicht interessiert, weil dir ein anderes wichtiger ist, dann musst du dir ein Forum suchen, das sich mit deinem Thema befasst.

Sir M hat geschrieben:Was spricht gegen Seilschaften?

Die Inhalte, Methoden und Zwecke, wie oben beschrieben, worauf dein Posting keinen Bezug nimmt.
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Re: Frage zu Studentenverbindung

Beitragvon Burschi am Di 3. Aug 2010, 20:53

Hallo Strafraumwühler,

das beste was ich dir empfehlen kann, ist dich selber davon zu überzeugen, ob es dir gefällt oder nicht.
Es gibt immer die Klischee-Verbindungen, die Geschichtsrevisionistisch, rassistisch und national sind, aber das ist der kleinste Teil. In meiner Stadt gibt es 42 Verbindungen und 2 davon stehen im Verdacht rechts zu sein... Das wirft natürlich ein schlechtes Bild auf alle anderen Verbindungen und Kleingeister, die einfach nur Propaganda aufsaugen und sich keine eigene Meinung bilden haben ihr Feindbild gefunden. (Ein gemeinsamer Feind führt ja bekanntlich zu Zusammenhalt innerhalb einer Gruppe).

Es ist unzulässig, angesichts der großen Anzahl und Heterogenität von Studentenverbindungen die wenigen im Verdacht des Rechtsextremismus stehenden und vom Verfassungsschutz beobachteten Verbindungen dazu zu benutzen, alle Verbindungen als extremistisch zu behandeln.


Frauenfeindlichkeit ist ein Argument, was sehr gerne angeführt wird. Es stammt daher, dass die meisten Verbindungen keine Frauen aufnehmen und Ihnen somit den Zugang zu eventuellen Vorteilen verwehrt wird.
Die Studentenverbindungen sind zu der Zeit als sie entstanden sind als reine Männervereine gegründet worden, weil Frauen nicht studieren konnten. So haben sich die Traditionen im Laufe von 200 Jahren so manifestiert. Ich meine, man sagt ja auch nicht, die Deutsche Damen- oder Herren-Nationalmannschaft seien sexistisch, weil keine Männer/Frauen mitspielen dürfen. Es gibt über 60.000 Frauen in Deutschland, die in Frauenvereinen organisiert sind, die eine Mitgliedschaft von Männern ausschließt.
Also macht man es sich zu einfach, wenn man sagt die Verwehrung der Mitgliedschaft aus geschlechtlichen Gründen macht einen Verein sexistisch.

Zum Thema Saufverein: Die Studienzeit ist für den jungen Studenten nochmal eine Zeit, wo man abseits von Arbeit und Familie die Sau rauslassen kann. Ich denke nicht, dass Verbindungsstudenten mehr trinken als deren Kommilitonen. Natürlich gibt es bestimmte Veranstaltungen, wo Bierjungen, also Biere um die Wette getrunken wird.
Dazu fallen mir nur Saufspiele wie Flunky Ball usw. ein. Im Prinzip nichts anderes. Und an der Tagesordnung ist das bestimmt nicht, da das Studium gerade in Studentenverbindungen als sehr wichtig betrachtet wird.

Wie du an meiner positiven Darstellung sicherlich schon erkannt hast, bin ich auch korporiert.
Ich bin am Ende meines Studiums mit 26 Jahren einem Corps beigetreten. Ich war also weder auf der Suche nach einem günstigen Zimmer noch nach Freunden. Mir gefällt die Wahrung der Traditionen gepaart mit ständiger Weiterentwicklung des Verbindungslebens durch ständig neue junge Leute. Und natürlich der Zusammenhalt und der Lebensbund. Ich kann in ganz Deutschland oder Bangkok, Paris, New York usw., rumreisen und ein Alter Herr von mir nimmt mich auf, als würden wir uns schon ewig kennen. Seilschaften wie sie immer dargestellt werden gibt es leider nicht. Man kann natürlich mal ein Praktikum oder auch einen Job vermittelt bekommen, aber wenn jmd., der besser qualifiziert ist sich um die gleiche Stelle bewirbt, zieht man den kürzeren. (Würde ja sonst auch mit dem Vorurteil der Eliten-Bildung widersprechen ;) ).


Achja, ich bin übrigens halb deutsch, halb jamaikanisch. Dann haben wir noch einige Schwule und sehr (politisch) Linke, Juden, Hip Hopper, Metaler. Naja, also nicht nur elitäre, verspießte Nerds. Davon haben wir aber auch welche ;)

Beste Grüße,

Olli
Burschi
 

Studentenverbindungen und karnevaleske Bedürfnisse

Beitragvon redaktion am Do 5. Aug 2010, 15:44

@Olli, die "2 von 42" und nur "im Verdacht" kommt mit meinen Eindrücken nicht ganz überein, wobei ich gern berücksichtige, dass Extremisten typisch mehr Wind machen, als ihre Quantität die Gemüter der heileren Welt vermuten lässt. Hyperventilation machts möglich, ohne den Arzt oder Apotheker nach Nebenwirkungen für den etwaigen Verstand zu befragen.

Deine Erläuterungen für deine Burschenschaftlichkeit sind mir nachvollziehbar, aber wie erklärst du dir, dass sich keine Studentinnenverbindungen mit vergleichbaren Strukturen und Riten bilden?

Einiges meiner Kritik v. 29. Mai lässt sich gewiss auch auf andere Vereinigungen beziehen, gerät dort jedoch eher mal in die Kritik, also Selbstkritik, ist keinesfalls gefeiertes Programm, wie ich es bei Korporierten zwar häufig auch selbstironisch = für meinesgleichen allemal akzeptabler, aber ebenfalls häufig als "Überzeugung" wahrgenommen habe. Das passt dann schon schlechter ins Spaßkonzept. Sich des etwaigen Schabernacks bewusst zu bleiben - für die Pause von der Pflicht, dann lieber Albernheit als Gehässigkeit.

MfG
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