Hallo Strafraumwühler,
das beste was ich dir empfehlen kann, ist dich selber davon zu überzeugen, ob es dir gefällt oder nicht.
Es gibt immer die Klischee-Verbindungen, die Geschichtsrevisionistisch, rassistisch und national sind, aber das ist der kleinste Teil. In meiner Stadt gibt es 42 Verbindungen und 2 davon stehen im Verdacht rechts zu sein... Das wirft natürlich ein schlechtes Bild auf alle anderen Verbindungen und Kleingeister, die einfach nur Propaganda aufsaugen und sich keine eigene Meinung bilden haben ihr Feindbild gefunden. (Ein gemeinsamer Feind führt ja bekanntlich zu Zusammenhalt innerhalb einer Gruppe).
Es ist unzulässig, angesichts der großen Anzahl und Heterogenität von Studentenverbindungen die wenigen im Verdacht des Rechtsextremismus stehenden und vom Verfassungsschutz beobachteten Verbindungen dazu zu benutzen, alle Verbindungen als extremistisch zu behandeln.
Frauenfeindlichkeit ist ein Argument, was sehr gerne angeführt wird. Es stammt daher, dass die meisten Verbindungen keine Frauen aufnehmen und Ihnen somit den Zugang zu eventuellen Vorteilen verwehrt wird.
Die Studentenverbindungen sind zu der Zeit als sie entstanden sind als reine Männervereine gegründet worden, weil Frauen nicht studieren konnten. So haben sich die Traditionen im Laufe von 200 Jahren so manifestiert. Ich meine, man sagt ja auch nicht, die Deutsche Damen- oder Herren-Nationalmannschaft seien sexistisch, weil keine Männer/Frauen mitspielen dürfen. Es gibt über 60.000 Frauen in Deutschland, die in Frauenvereinen organisiert sind, die eine Mitgliedschaft von Männern ausschließt.
Also macht man es sich zu einfach, wenn man sagt die Verwehrung der Mitgliedschaft aus geschlechtlichen Gründen macht einen Verein sexistisch.
Zum Thema Saufverein: Die Studienzeit ist für den jungen Studenten nochmal eine Zeit, wo man abseits von Arbeit und Familie die Sau rauslassen kann. Ich denke nicht, dass Verbindungsstudenten mehr trinken als deren Kommilitonen. Natürlich gibt es bestimmte Veranstaltungen, wo Bierjungen, also Biere um die Wette getrunken wird.
Dazu fallen mir nur Saufspiele wie Flunky Ball usw. ein. Im Prinzip nichts anderes. Und an der Tagesordnung ist das bestimmt nicht, da das Studium gerade in Studentenverbindungen als sehr wichtig betrachtet wird.
Wie du an meiner positiven Darstellung sicherlich schon erkannt hast, bin ich auch korporiert.
Ich bin am Ende meines Studiums mit 26 Jahren einem Corps beigetreten. Ich war also weder auf der Suche nach einem günstigen Zimmer noch nach Freunden. Mir gefällt die Wahrung der Traditionen gepaart mit ständiger Weiterentwicklung des Verbindungslebens durch ständig neue junge Leute. Und natürlich der Zusammenhalt und der Lebensbund. Ich kann in ganz Deutschland oder Bangkok, Paris, New York usw., rumreisen und ein Alter Herr von mir nimmt mich auf, als würden wir uns schon ewig kennen. Seilschaften wie sie immer dargestellt werden gibt es leider nicht. Man kann natürlich mal ein Praktikum oder auch einen Job vermittelt bekommen, aber wenn jmd., der besser qualifiziert ist sich um die gleiche Stelle bewirbt, zieht man den kürzeren. (Würde ja sonst auch mit dem Vorurteil der Eliten-Bildung widersprechen

).
Achja, ich bin übrigens halb deutsch, halb jamaikanisch. Dann haben wir noch einige Schwule und sehr (politisch) Linke, Juden, Hip Hopper, Metaler. Naja, also nicht nur elitäre, verspießte Nerds. Davon haben wir aber auch welche
Beste Grüße,
Olli