15 Tote auf der Loveparade in Duisburg

sonstige Notizen

Re: 21 Tote auf der Loveparade in Duisburg

Beitragvon redaktion am Do 29. Jul 2010, 23:45

Sturmtomate hat geschrieben:Morgen fahren wir nach Duisburg jemanden besuchen, ich schaue mir den Ort des Geschehens mal an, obwohl ich ihn ganz gut kenne, ich komme ja aus der Umgebung.

Sei so nett und mache uns FOTOS, denn wir haben sonst ein Copyright-Problem oder müssten auf Bilder verzichten.

Rücktritt von Oberbürgermeister Sauerland unausweichlich

Die Stunden dürften gezählt sein, bis die Duisburger CDU erkennt, dass dieser OB nicht mehr zu halten, sondern nur noch Belastung ist. Dass der sich noch immer keine Konsequenzen zog, zeugt von der Morallosigkeit, für Erfolge den Ruhm kassieren zu wollen, aber für Misserfolge nicht einzustehen. Und es ist womöglich Kalkül, die Ermittlungen weniger beeinflussen zu können, obwohl er strafrechtlich wenig zu befürchten hat, denn der Club der Mitverantwortlichen ist einfach zu groß - oder wer stimmte im Duisburger Stadtrat gegen die Veranstaltung?

Mal wieder haben sich viele allzu bereitwillig "täuschen" lassen. So auch diese depperten Medien, die sich an dem Hype bis in die letzten Gedränge-Momente aufgeilten, wie ihnen jetzt die Katastrophe das Sommerloch füllt.
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Re: 15 Tote auf der Loveparade in Duisburg

Beitragvon Sturmtomate am So 1. Aug 2010, 15:46

Ich war am Freitag dort und habe mir es mal angesehen.
Der Tunnel war noch gesperrt und es waren sehr viele Menschen dort, trotzdem war es sehr still.
Es waren bestimmt tausende Kerzen aufgestellt und viele Bilder und Plakate mit Sprüchen darauf, man konnte deutlich die Trauer und die Wut heraus lesen.

Ich habe Bilder gemacht, ich schaue mal die Tage wie ich sie euch zukommen lassen, im Moment ist meine Zeit etwas knapp.
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Ökonomie der Empathie

Beitragvon martin am Mo 2. Aug 2010, 21:50

Seit den Geschehnisse geht es nicht nur um die Aufklärung der Abläufe und der Verantworlichkeiten, sondern auch um die soziopsychische und individuelle Aufarbeitung dieser Tragödie, um ihre emotionale Bewältigung, um die Formen der Trauerarbeit, um semiprofessionell aufgezogene 24h-Mahnwachen und öffentliche Kundgebungen, psychologische Betreuung und Begleitung der Angehörigen und derjenigen, die das ganze miterleben mussten. Die Rede ist von einem Hilfsfond, von der emotionalen Ausnahmesituation, in der sich eine ganze Region befindet, vom Schrecken, der auf einmal in die Normalität eingebrochen ist, von der Traumatisierung, die sogar das Betrachten von Fernsehbildern und Internet-Videos hervorrufen kann. Ich finde, es reicht langsam. Die Medienberichterstattung mit den gewohnten Endlosschleifen ist die in solchen Fällen übliche Routine. Aber dem entspricht auch ein allgemeines Bedürfnis nach emotionaler Beteiligung, das - bei aller Aufrichtigkeit des individuellen Betroffenseins - desto grotesker wirkt, je mehr es einen weiteren, vielleicht sogar globalen Kontext gestellt wird. Sicherlich ist jedem einzelnen und jeder Gesellschaft das Hemd immer näher als die Hose. Aber es gibt eben nicht nur eine Asymetrie des globalen Leids, sondern auch eine Asymetrie der Empathie, die oft genug darüber hinweg geht, welche Schrecken Politik anderen Erdteilen leichtfertig zumutet. In der Perspektive des Mitleidens wird das Unvergleichliche durchaus vergleichbar und man sieht schnell, welchen irrationalen Ökonomien die kollektive Empathie folgt.

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Re: 15 Tote auf der Loveparade in Duisburg

Beitragvon fabi am Di 3. Aug 2010, 11:51

von der emotionalen Ausnahmesituation, in der sich eine ganze Region befindet, vom Schrecken, der auf einmal in die Normalität eingebrochen ist, von der Traumatisierung, die sogar das Betrachten von Fernsehbildern und Internet-Videos hervorrufen kann.

??? XD

Aber genau das find ich auch: Es reicht langsam. Die Trauer der Angehörigen ist ja nachvollziehbar, aber laut Journaille muss immer alles "fassungslos" sein. Wieso? Und eine ganze Region? Und "die Welt schaut auf Duisburg" wie zu lesen war? Die meisten scheinen weniger fassungslos, als vielmehr geil auf solche Tragödien"nachbereitung".
21 Tote sind schlimm, aber auch nicht das Armageddon, zu dem es hochgehypt werden soll, mit Mahnmal und allem anderen ekelhaften Trauer-Show-Scheiß.
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Re: 15 Tote auf der Loveparade in Duisburg

Beitragvon Philosofiesta am Mi 4. Aug 2010, 18:39

Sehe ich genauso. Am wiederlichsten ist die gespielte Anteilnahme von Wulff und Merkel!

Aber die Presse muß schießlich irgendwie die Blätter füllen, Werbebroschüren kaufen nur Konzerne um sie zu verteilen. Aber in ein paar Wochen wird bestimmt die nächste Sau durchs Dorf getrieben und all das ist dann fast vergessen. Wer redet denn z.B. heut noch über Schweinegrippe?
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Re: 15 Tote auf der Loveparade in Duisburg

Beitragvon Sturmtomate am Mo 9. Aug 2010, 16:04

Ich bin in der Umgebung der Loveparade aufgewachsen, bin zigtausendmale durch diesen Tunnel gefahren, der für mich nichts anderes als nur ein Tunnel war.
Nun ist das ein Unglücksort wo 21 Menschen verreckt sind, deshalb ist es ein seltsames Gefühl für mich und es beschäftigt mich.
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